Schallschutz und Leitungsführung bei neuen Trennwänden im Altbau
Neue Trennwände in einer Altbauwohnung lösen selten Begeisterung aus, wenn der Nachbar beim Telefonieren jedes Wort versteht oder die Steckdose auf der falschen Seite sitzt. Zwei Themen entscheiden darüber, ob der neue Raum funktioniert: Schallschutz und die Führung von Leitungen. Beides lässt sich planen, beides lässt sich verbessern, und beides kostet Geld – nur unterschiedlich viel, je nachdem, wie früh man es bedenkt.
Beim Schallschutz zählt nicht die Dicke der Wand allein, sondern die Masse und die Entkopplung. Eine einfache Ständerwand mit einer Lage Gipskarton pro Seite erreicht einen Schalldämmwert von etwa 35 bis 40 dB. Wer zwei Lagen pro Seite vorsieht und den Hohlraum mit Mineralwolle füllt, kommt auf 50 dB und mehr. Entscheidend ist, dass die Wand nicht starr an Decke, Boden und angrenzende Wände angebunden wird. Schallbrücken entstehen schnell durch durchlaufende Profile oder Mörtelfugen, die den Schall direkt übertragen. Wer eine Trockenbauwand im Altbau planen möchte, sollte diese Details vor dem ersten Profil klären, sonst ist der Aufbau später nur mit großem Aufwand zu korrigieren.
Die Leitungsführung ist der zweite Stolperstein. Alte Wohnungen haben oft keine Hohlräume in den Wänden, Strom- und Wasserleitungen verlaufen sichtbar oder unter Putz. Eine neue Trennwand bietet die Chance, Installationen unsichtbar zu führen, aber nur, wenn der Hohlraum groß genug ist. Für Wasserleitungen braucht man mindestens 50 mm, besser 75 mm Profiltiefe, sonst wird es eng mit dem Schallschutz, weil die Rohre den Hohlraum überbrücken. Elektroleitungen lassen sich in getrennten Ebenen führen, sodass sie die Dämmung nicht durchdringen. Wer beides in einer dünnen Wand unterbringen will, verliert entweder Schallschutz oder Leitungsquerschnitt.
Ein weiterer Punkt ist die Statik. Altbauwände sind nicht immer tragfähig, und eine neue Wand lastet auf dem Boden oder der Decke. Vor allem bei Holzbalkendecken ist das Gewicht nicht zu unterschätzen. Wer auf der sicheren Seite bleiben will, prüft vorab, ob die Decke die Last aufnehmen kann, und wählt ein Profilsystem, das zum vorhandenen Untergrund passt. Wer diese drei Punkte – Schallschutz, Leitungen, Statik – vor der ersten Schraube durchdenkt, spart sich später viel Ärger und teure Nachbesserungen.