Sicherheitsabstand beim Bohren: Wann Baupläne helfen
Bevor die Bohrmaschine ansetzt, lohnt sich ein Blick in die Baupläne oder zumindest eine kurze Überlegung, wo Strom- und Wasserleitungen verlaufen könnten. Viele Hobbyhandwerker unterschätzen das Risiko, das von einer unbedachten Bohrung ausgeht. Ein Treffer in ein Stromkabel kann nicht nur die Sicherung auslösen, sondern im schlimmsten Fall zu einem Stromschlag führen. Eine beschädigte Wasserleitung setzt dagegen innerhalb kürzester Zeit den Fußboden unter Wasser. Die wenigen Minuten, die Sie in die Prüfung der Leitungswege investieren, sind daher gut angelegt. Wer sich unsicher ist, findet unter Bohren neben Leitungen eine praktische Orientierung, wie sich die typischen Verläufe in Wohnungen und Häusern einordnen lassen.
Zunächst gilt es, den Unterschied zwischen Alt- und Neubau zu berücksichtigen. In Gebäuden, die vor den 1980er-Jahren errichtet wurden, verlaufen Leitungen häufig diagonal durch die Wände oder in unregelmäßigen Bögen. Später hat sich die sogenannte Installationszone durchgesetzt: horizontal etwa 30 Zentimeter über dem Boden und vertikal 15 bis 20 Zentimeter neben Türen und Fenstern. Wer diese Bereiche kennt, kann viele Bohrlöcher von vornherein sicher platzieren. Besonders kritisch sind Bäder und Küchen, wo Wasser- und Stromleitungen oft dicht beieinanderliegen. Auch Heizungsrohre oder Fußbodenheizungen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Ein Leitungsdetektor, der Metall und spannungsführende Leitungen erkennt, kostet wenig und erspart teure Reparaturen.
Falls keine Pläne vorliegen und der Detektor keine eindeutigen Signale liefert, hilft ein vorsichtiger Probeschnitt oder das Bohren mit geringem Druck und niedriger Drehzahl. Sobald der Bohrer Widerstand zeigt oder die Wand ungewöhnlich warm wird, sollten Sie sofort stoppen. Bei Mietwohnungen ist es ratsam, den Vermieter nach vorhandenen Unterlagen zu fragen – oft existieren zumindest grobe Skizzen der Elektro- und Sanitärinstallation. Wer selbst plant, sollte die Leitungswege dokumentieren und für spätere Arbeiten aufbewahren. So wird aus einem riskanten Unterfangen eine kontrollierte Angelegenheit, bei der Sie sicher durch die Wand kommen.