Sichtschutz und Stauraum im Altbau kombinieren
Altbauten bieten oft großzügige Raumhöhen von über drei Metern und Wände, die über die Jahre ihre Geradlinigkeit verloren haben. Genau diese Eigenheiten machen die Kombination aus Sichtschutz und Stauraum anspruchsvoll. Wer einfach ein Regal an die schiefe Wand stellt, riskiert unschöne Spalten und instabile Konstruktionen. Wer dagegen die Unregelmäßigkeiten als Gestaltungselement begreift, gewinnt Wohnfläche zurück, die sonst ungenutzt bliebe. Entscheidend ist, den Raum zuerst zu vermessen und die Abweichungen zu dokumentieren, bevor irgendein Möbelstück gekauft wird.
Für hohe Räume eignen sich raumhohe Schiebetüren aus Holzwerkstoffen, die auf einer Decken- und Bodenschiene laufen. Sie trennen Bereiche ab, ohne den Lichteinfall zu blockieren, und lassen sich mit geschlossenen Rückseiten als Stauraum nutzen. Wer ohnehin eine neue Wand plant, sollte eine Trockenbauwand im Altbau planen, denn sie lässt sich exakt an die schiefen Wände anpassen und bietet gleichzeitig Hohlräume für Nischen, Leitungen und Einbauschränke. Der Clou: Die Wand wird nicht rechtwinklig gesetzt, sondern folgt der Raumsituation, sodass kein Zentimeter verschenkt wird.
Bei unebenen Wänden hilft ein Unterbau aus Konterlatten, der die Differenzen ausgleicht. Daran befestigt man entweder Regalsysteme mit verstellbaren Trägern oder vorgefertigte Schrankmodule, die auf der Rückseite einen Ausgleichsrahmen erhalten. Für den Sichtschutz bieten sich geflochtene Matten, Lochbleche oder textile Spannteppiche an, die leichter sind als Massivholz und sich der Wandkrümmung anpassen. In sehr hohen Räumen empfiehlt sich eine Zweiteilung: unten geschlossene Schränke für schwere Dinge, oben offene Fächer für Dekoration und leichte Textilien. So bleibt die Optik aufgelockert, ohne dass die Stabilität leidet.
Wer die Statik nicht selbst einschätzen kann, sollte vor dem Bau einen Fachmenschen hinzuziehen. Tragende Wände dürfen nicht ohne Weiteres durchbrochen werden, und auch bei nichttragenden Konstruktionen ist der Lastabtrag in alten Decken oft unklar. Sind diese Fragen geklärt, steht einer individuellen Lösung nichts entgegen, die hohe Räume nutzbar macht und schiefe Wände geschickt integriert.